Lobenberg: Dieser Falletto hat nichts mit Castiglione Falletto gemein, sondern ist nach den Hängen des Weingutes in Serralunga benannt. Das Weingut von Giacosa liegt hier, alles Eigenbesitz. Diesen Wein gibt es als Falletto (di Serralunga) oder auch manchmal als Rocche di Falletto. Aber das sind eben Serralunga Weine. In den letzten Jahren und für die nächsten Jahre ist dies wohl der absolute Brennpunkt von Barolo. Die besten Erzeuger von Giacomo Conterno, Altare, Vietti bis hin zu Gaja sind alle in Serralunga unterwegs, weil das Terroir so einzigartig ist. Und weil Serralunga diesen Spagat schafft aus der maskulinen Seite von Castiglione Falletto und der Weichheit, der Eleganz aus Monforte. Der Falletto besteht komplett aus eigenen Reben. Der Gesamtweinberg von Giacosa im Falletto umfasst 13 Hektar, davon ist ein Teil im Rocche. Gut 40 Hektoliter/Hektar Ertrag. Die Reben sind noch unter 30 Jahre alt. Der Wein ist 2016 erst am 8. Oktober gelesen worden. 20 Tage im Stahltank spontan vergoren, inklusive Malo. Danach 30 Monate im großen Holz ausgebaut. Der Wein hat 15% vol. Alkohol bei einem pH-Wert von 3.55. Hier haben wir also diese Kombination. Das magische Serralunga, die vielleicht noch vor Monforte führende Gemeinde in Barolo, weil sie diesen Spagat von Feinheit und Kraft so gut schafft. Dazu dieses magische Jahr 2016 mit seiner unendlichen Raffinesse a la 2010, mit der spannungsgeladenen, energetischen Charakteristik und der so puren Frucht. Das Ganze mündet in eine Nase, die natürlich, wie 2016 meist, von Holunder geprägt ist. Die aber auch deutlich Zwetschge aufweist, Himbeere, Erdbeere dazu bringt, rote Johannisbeere, ein bisschen Schlehe. Aber das Ganze wie es eben nur Giacosa und vielleicht Roagna können in einer unendlichen Feinheit. Hier ist nichts Grobes. Hier kommt die Wolke nicht als Schlag ins Gesicht, sondern als unendlich langgezogenes, feines Düftchen. Man will gar nicht wieder aufhören zu schnuppern. Und Giacosa schafft es, wie Roagna es auch schafft, seine Barolo auf eine Art und Weise fein zu bekommen wie kaum ein anderer Erzeuger. Selbst die extrem feinen Barolo von Aldo Conterno aus Monforte kommen nicht ganz an diese unendliche Verspieltheit heran. Das ist etwas zum Schnüffeln. Und muss sich nur dem zuvor gerochenen 2014er Barbaresco Riserva beugen, der einfach noch verspielter ist. Aber ich bin schon ziemlich hin und weg. Der Mund will mich fast etwas lügen strafen, denn er ist 2016 einfach Spannung und Energie pur. Druck, aber nie brachial, nie fett. Sondern in dieser totalen Feinheit einfach unglaublich viel Schub zeigend. Terroirabdruck, Salz, Kalkstein, verschwindet überhaupt nicht wieder. Der Wein bleibt für Minuten stehen und nimmt alles ein mit seiner Energie und trotzdem ist es natürlich Giacosa, trotzdem ist es fein und verspielt. Der Wein gehört nur einfach 10, 12, 15 Jahre weggesperrt, damit die superfeinen aber sehr präsenten Tannine sich noch weiter harmonisieren können. Das Ganze mit dem großen Holz ist aber schon jetzt eine wollüstige, kraftvolle, vollmündige Orgie in unendlicher Feinheit. Giacosa und 2016 passt überragend zusammen. Aber im Grunde ist das Eulen nach Athen tragen, denn 2014 und 2015 waren bei Giacosa auch großartig. Ich glaube einfach, dass das einer der großartigsten Weinmacher der Geschichte ist. Ich bin froh mit diesen Weinen zu arbeiten, das ist so unendlich schön. 99-100/100
Nebbiolo 100%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2052
Verpackt in: 6er OHK
Lobenberg: 99–100/100
Weinwisser: 19+/20
Suckling: 97/100
Parker: 97/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Bruno Giacosa, Via XX Settembre 52, 12057 Neive (cu), ITALIEN
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