Lobenberg: In diesem Jahr ist es 70% Semillon und 30% Sauvignon Gris. Der Wein stammt von einem der besten Plots in Barsac, knapp 5 Hektar, die das Château direkt umrunden. Doisy-Däene, Doisy-Vedrine. Im 20. Jahrhundert gehörte Cloisot zum Grand Cru Classé Coutet. Ganz typisches Barsac-Terroir, also rötlicher Kalkstein. Im Gegensatz zum Basis-Cloisot ist der Wein komplett im Holz vergoren und ausgebaut, alles direkt ins Holz gegeben und spontan vergoren. Die Malo wird durchlaufen, der Ausbau ist burgundisch, also nur 10 Monate im Fass. Unberührt auf der Hefe bis zur Abfüllung. Wie bei Guffens-Heynen wird hier nur der Vorlaufsaft mit tiefem pH und sehr hoher Säure verwendet, die Pressung wird direkt verworfen. Die Nase ist sehr steinig, hat viel Kalkstaub, weiße und rote Johannisbeere, Orangenabrieb, Sternfrucht, weißer Pfeffer. Man spürt den reduktiven, spannungsreichen Stil von Guffens: hier ist ein Burgunder am Werk, der die Spannung sucht. Das hier ist ein völlig anderes Kaliber als die Bordelaiser. Es ist nicht die Schule von Derenoncourt oder Roland, die Frucht und Reichhaltigkeit suchen, sondern der Guffens-Ansatz, der auf maximale Frische, Spannung und Reduktion geht. Die Nase ist fast karg, sie ist nicht tropisch und keineswegs von Holz oder Botrytis dominiert. Total clean, geschliffen und sehr spannungsgeladen und scharf gezeichnet für einen Barsac. Das ist eben Guffens, der große Meister des Burgunds und einer der besten Weißweinwinzer der Welt. Mit seiner Handschrift ist auch trockener Barsac in einer völlig anderen Dimension unterwegs. Das ist einer der großen trockenen Weißweine des Bordelais, weil er so anders und so unique und burgundisch in seinem Ansatz ist. Eastcoast trifft Westcoast, sensationell. 94-96+/100
Semillon, Sauvignon Gris
weiß, trocken
Trinkreife: 2025–2042
Verpackt in: 12er
Lobenberg: 94–96+/100
Frankreich, Bordeaux, Barsac
Allergene: Sulfite
Kommentar