Lobenberg: Ein kleines Weingut, nur 4,5 Hektar, 70 Jahre alte Reben. 80% Grenache, 20% Mourvedre. Dieses Weingut gehört Gilles Ferran von der Domaine Esscavailles in Rasteau und dem viel zu jung Ende 2021 verstorbenen, legendären Winemaker Philippe Cambie gemeinsam. Die Weine werden bei Escaravailles fermentiert und ausgebaut. Alles wird hier 100 Prozent entrappt, weil es hier ungemein heiß ist und komischerweise die Rappen nicht genügend ausreifen, meist aufgrund der großen Trockenheit. Es gibt zu viel grüne Elemente wenn man nicht entrappt. Die Nase ist überwiegend warm und rotfruchtig, was logisch ist bei überwiegend Grenache. Aber in 2022, diesem Riesenjahr an der Rhône, ist es so brillant, so fein und reich zugleich, dass man aus dem Staunen kaum herauskommt. Cassis und dunkle Erdbeere satt, auch süße Herzkirsche und Schwarzkirsche, rote Pflaume, Schlehe und Sanddorn, dahinter etwas grüne Mango und Orangenabrieb, die das Ganze mit einer feinen Frische unterlegen. Wow, was für eine Traumnase! Calendal kann nie harmonischer, kaum je feiner und zugleich so intensiv, warm und reich gewesen sein wie in 2022. Sehr deutlich auch Graphitmineral und getrockneter Thymian, ein Hauch Veilchen. Mourvedre ist wirklich die Rettung dieser heißen Regionen um Chateauneuf du Pape und Plan des Dieu. Plan des Dieu liegt ja direkt neben Rasteau, es ist schon verdammt heiß hier, und gerade diese Ebene ist ja auch bekannt dafür. Mourvedre ist dann die Rettung, weil sie, anders als die Grenache, nicht marmeladig wird, und den notwendigen würzigen Touch und das Rückgrat dazu bringt, den die Grenache dann manchmal nicht mehr schafft. Das ist in einem Jahr wie 2022 natürlich wieder umso wichtiger nach dem kühleren und etwas leichteren 2021. Es bleibt dennoch ein Rätsel woher 2022 diese tolle Balance, diese unglaubliche Harmonie und Finesse in seiner üppigen Reichhaltigkeit und Wärme hernimmt. Dieses Jahr ist wohl noch mehr als 2019 die Quadratur des Kreises in perfekter, fast süffiger Balance aus Frucht, Frische und samtigem Tannin. Gilles Ferran hat sich mit diesem Erstlingswerk ohne Philippe Cambie selbst übertroffen, aber er hat ja von Anfang an mit ihm zusammengearbeitet und weiß genau wie der Hase läuft hier. Zudem hat er selbst ja Escaraveilles in Rasteau, kennt die Terroirs wie seine Westentasche. Vielleicht hat er sich auch besonders ins Zeug gelegt, als Hommage an seinen langjährigen Begleiter. Der geniale Jahrgang 2022 tut dann sein Übriges dazu. Besser kann Calendal kaum je gewesen sein. Ein wirklich superber Rhônewein mit einem langen Leben vor sich und einem Hang zur Größe in diesem Jahr. Super! 95+/100
Mourvedre 70%, Grenache 30%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2038
Verpackt in: 12er
Lobenberg: 95+/100
Jeb Dunnuck: 91–93+/100
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Calendal Cambie, Domaine des Escaravailles , 84110 Rasteau, FRANKREICH
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