Lobenberg: Die Besonderheit von Chateau Cheval Blanc ist die Lage, das Terroir. Wie das auch beim Nachbarn Jean Faure genau so zum Ausdruck kommt. Wir haben einen Untergrund komplett aus blauem und weißen Lehm, also letztlich Verwitterungen aus Kalkstein. Darüber ein sehr hoher Kies-/Sandanteil. Aber 60% ist Lehm, 40% Kies und Sand. Kies und Sand macht die Feinheit aus. Der Lehm hält das Wasser. Cheval Blanc hat insgesamt 76 verschiedene Plots. 77% des Weines sind Erstwein. Dichtpflanzung und biologische Bearbeitung, genau wie der Nachbar Jean Faure. Spontanfermentation und Ausbau im neuen Barrique. 2017 sind 56% Merlot, 30% Cabernet Franc, 14% Cabernet Sauvignon. Das Besondere an Cheval Blanc waren die starken Frostschäden. Speziell die jungen Cabernet-Franc-Anlagen waren stark betroffen, sodass der Anteil von Merlot in dem Blend relativ hoch ist. Hinzu kommt, dass die Cabernet Sauvignon komplett ohne Schäden durchkam und daher mit einem sehr hohen Anteil in den Wein eingeht, was völlig untypisch für Cheval Blanc ist und auch so nie wieder passieren wird. Cheval Blanc hatte, wie alle in Bordeaux in diesem Jahr, eine extrem frühe Blüte. Das Entscheidende ist aber, dass Cheval die Phase des Regens und des damit einhergehenden Boytritis-Ansatz im September in Ruhe abwartete, und die 76 Plots an 9 Erntetagen verteilt über 36 Lesetage erntete. Also alles in Vollreife, alle Tannine, die durch den trockenen Sommer sehr harsch wurden, wurden am Ende ganz reif. Nur auf Cheval Blanc erntete man bis Mitte Oktober. Das heißt, es ist ein ausgewöhnlicher langer Jahrgang. Auch die Vegetationsperiode von der Blüte im Mai bis zur finalen Ernte im Oktober ist außergewöhnlich lang. Pierre Olivier Clouet, der Winemaker, sieht Cheval Blanc 2017 deshalb auch als einen der unikathaften, großen Jahrgänge des Chateaus an. Cheval Blanc mit diesem Touch mehr an Cabernet Sauvignon kommt in der Nase eben genau mit dieser wunderschönen rotfruchtigen Pikanz der Rebsorte daher, die 2017 in der reifen Intensität noch vor der Cabernet Franc liegt. Die Merlot tritt sogar im Duft in der Aromatik völlig in den Hintergrund. Cabernet Sauvignon ist schon verdammt dominant und wir sind hier schon aromatisch näher an Figeac, VCC und an Clinet, als an einem normalen Cheval Blanc. So traumhafte Zwetschge, reife rote Johannisbeere. Alles ist reif, alles spielt. Erst langsam kommt schwarze Kirsche von der Merlot, aber kaum Cassis, tendenziell eher auf roter Frucht bleibend. Alles in extrem intensiver Aromatik. Im Mund dominiert Cabernet. Aber beide Cabernet. Die Cabernet Franc mit der wunderschön reifen Waldhimbeere kommt durch. Die Zwetschge und die rote Johannisbeere der Cabernet Sauvignon, auch Hagebutte und minimal helle Lakritze. Der Wein ist überhaupt nicht fett, sondern schlank, lang und voller Harmonie. Tänzelnd. Die Tannine sind total poliert. Man merkt, dass man hier lange gewartet hat mit der letzten Ernte. Alles ist ganz reif und trotzdem fast pikant in dem Süße-/Säurespiel und in dieser hohen, roten Fruchtintensität. Ein ungewöhnlicher Cheval Blanc, aber ganz sicher auch ein großer Wein. Sicher unter den Top 5? des Jahrgangs. 97-100/100
Merlot 77%, Cabernet Sauvignon 15%, Cabernet Franc 8%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2055
Verpackt in: 3er OHK
Lobenberg: 97–100/100
Weinwisser: 19,5/20
Galloni: 97+/100
Suckling: 97/100
Quarin: 97/100
Parker: 96+/100
Jeb Dunnuck: 96/100
Vinum: 19/20
Wine Spectator: 96/100
Wine Enthusiast: 95–97/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Cheval Blanc, , 33330 Saint Emilion, FRANKREICH
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