Lobenberg: Die Besonderheit von Chateau Cheval Blanc ist die Lage, das Terroir. Wie das auch beim Nachbarn Jean Faure genauso zum Ausdruck kommt. Wir haben einen Untergrund komplett aus Lehm. Darüber ein sehr hoher Kies-/Sandanteil. Aber 60% ist Lehm, 40% Kies und Sand. Kies und Sand macht die Feinheit aus. Der Lehm hält das Wasser. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings kein einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Der 2020er Cheval Blanc besteht aus 65 Prozent Merlot, 30 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. Das Château hatte 2020 fast eine normale Ernte, nur zehn Prozent Verlust durch Trockenheit und etwas Mehltau. Aber im Großen und Ganzen ist dieses biologisch bearbeitete Weingut sehr gut durch den Sommer gekommen. Die Wasserversorgung durch das feuchte Frühjahr war genial, die Lehmböden haben das Wasser perfekt gespeichert. Auf mittlere Distanz wird die Cabernet Franc 60 Prozent der Cuvée ausmachen, die Merlot nur noch 40 Prozent. Die Cabernet Franc, die in den letzten zehn Jahren gepflanzt wurde, ist momentan noch zu jung und geht deshalb in den Petit Cheval. In zehn Jahren wird sich das Ganze drehen, Merlot wird in der Minderheit sein. Die Nase des fast schwarzen Weins ist unendlich fein und verdammt reif. Nicht überreif, nicht gekocht. Einfach nur sanfte schwarze Kirsche, hochreif. Feine Süße, satte Veilchennote darüber. Etwas Rosenblätter, unglaublich fein. Obwohl es eine ganz andere Cuvée ist, erinnert mich die Nase doch sehr an Le Pin. Auch hier diese tolle Reife, dieses Delikate, zum Reinspringen schön. Wow, der Mund kommt dann mit Weichheit und Finesse. Aber auch mit hochintensiver Frische und satter Mineralität. Salz hintenraus. Auch rote Frucht, Schlehe und Schattenmorelle. Süße rote Kirsche neben der Schwarzkirsche. Auch wieder diese Blumigkeit. Mittlerer Körper, sehr weich, sehr reich, sehr hedonistisch. Unglaublich lecker. Ein Zechwein der allerobersten Güte. So schick, so lang und so extrem harmonisch. Die Reife der massiven Tannine ist famos, da tut gar nichts weh. Man merkt die Intensität, aber alles ist seidig, samtig und aromatisch-intensiv. 2020 ist kein Jahr, bei dem man – speziell am rechten Ufer – sagen muss: das wird was. 2020 ist bei den besten Châteaus am rechten Ufer ein Wein, der schon IST, der schon vom Fass genial schmeckt. Zum Reinspringen schön. Einfach geniale hedonistische Leckerlis, Zechweine der obersten Güte, die einen zum Nachdenken bringen. Burgundisch fein, mit so polierten Tanninen und der hohen Reife dazu. Geniale Trinkweine. Ja vielleicht ist das das Beste, das einem Wein passieren kann: dass man ihn zum Reinspringen schön findet und ihn trotzdem im Gedächtnis behält, weil er so viele einzigartige Merkmale hat und in keiner Phase seines Lebens anstrengend ist. 100+/100
Merlot 65%, Cabernet Franc 30%, Cabernet Sauvignon 5%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2079
Verpackt in: 6er OHK
Lobenberg: 100+/100
Jane Anson: 100/100
Jeb Dunnuck: 100/100
Weinwisser: 100/100
Galloni: 99/100
Decanter: 98–100/100
Yohan Castaing: 98–100/100
Gerstl: 20+/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Cheval Blanc, , 33330 Saint Emilion, FRANKREICH
In der 6er Original-Holzkiste erhältlichq
Wenn Sie 6 Weine kaufen, erhalten Sie diese kostenfrei in der Original-Holzkiste.
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