Lobenberg: 60% Cabernet, 36% Merlot, 4% Petit Bordeaux. Geerntet wurde der Merlot vom 15. bis 28. September, die Cabernet Sauvignon bis zum 8. Oktober. Die Appellation Pessac Léognan und Margaux waren extrem begünstigt und bekamen im August noch mal den benötigten Regen nach vier Monaten Trockenheit. Alles ging wieder los in der Natur und danach bekamen sie das berühmte skandinavische Hoch mit extrem viel Sonne bei kühlen Nächten. September, Oktober und November waren eher trocken mit kaum Regen. Perfekte Ernte- und Reifebedingungen. Ich probierte direkt zuvor den aus dem gleichen Hause stammenden neuen Wein Château Le Pape und beim Haut Bailly sind wir jetzt nur bei uralten Cabernet Sauvignon Stöcken. Auch auf Kieslinse und Lehm stehend. Eine völlig unterschiedliche Nase, extrem reife, aber nicht überreife Cassis und Johannisbeere, Brombeere. Weniger in die Kirsche gehend, sondern viel deutlicher auf Johannisbeeraromatik bleibend. Die Brombeere ist sehr zart, und ganz unten drunter zeigt sich ein bisschen wilde Himbeere und auch Schlehe. Feine Würzigkeit ausstrahlend, samtige Dichte, und schon in der Nase poliertes Tannin. Haut Bailly 2015 hat kaum Ecken und Kanten, sondern einfach nur einen wunderschön geschliffenen Zug. Der Mund ist ein Ereignis in Feinheit. Haut-Bailly und auch Smith Haut Lafitte und Pape-Clément neigen sonst dazu, enorme Kraftbolzen zu sein. In 2015 ist das überhaupt nicht der Fall. Wir sind in einer extrem feinen, geschliffen tänzelnden Appellation unterwegs. Nur seidiges Tannin und schöne frische Säure, aber auch das ist perfekt eingebunden. Nichts schmerzt. Die Fassprobe ist schon genial und köstlich. Fein tänzelnd. Diese Geschliffenheit der Tannine ist wirklich überragend. Nein, wir haben hier eben keinen Wein zum Niederknien wie 2010 oder die etwas größere Rustikalität aus 2005, auch nicht dieses breite Dicke, das wunderschön Hedonistisch Fette aus 2009. Wir haben hier eine tänzelnd erhabene Primaballerina. Eine Schönheit, ein Wein, der dem Profi sowie dem Anfänger schmecken wird, weil es einfach nur schön, lang und anhaltend ist. Das Finale dann mit feinem Salz. Ganz am Schluss kommt dann doch feine, rote Kirsche mit der reifen Johannisbeere. Nicht ein Hauch Paprika und keinerlei grüne Elemente, einfach nur wunderschön, lang und köstlich zu trinken. Der Wein zeigt fast schon etwas burgundische Züge, wenn er nicht so deutlich von der Cabernet und von Johannisbeere geküsst wäre. Auf jeden Fall wunderbar großer Stoff. Best ever. 99-100/100
Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 36%, Petit Verdot 4%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2065
Verpackt in: 24er OHK
Lobenberg: 99–100/100
Jeb Dunnuck: 98+/100
Suckling: 98–99/100
Decanter: 98/100
Parker: 97+/100
International Wine Report: 97/100
Galloni: 97/100
Gabriel: 19/20
Vinum: 19/20
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Haut Bailly, , 33850 Léognan, FRANKREICH
In der 24er Original-Holzkiste erhältlichq
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