Lobenberg: Der finale Blend besteht aus 64 Prozent Cabernet Franc, 30 Prozent Merlot und sechs Prozent Malbec. 13,9 Volumenprozent Alkohol. Die Malbec wurde komplett als Ganztraube vergoren, die Cabernet Sauvignon zu 20 Prozent und die Cabernet Franc wurde komplett entrappt, weil ihre Rappen immer zu grün schmecken. Der Wein wurde erstmals im komplett neugebauten Keller hergestellt. Alles wurde spontan im Beton vergoren, die Cabernet Franc in konischen Betontanks. Dort findet auch die Malo statt, zum Teil aber auch im Holz. 25 Prozent des Ausbaus geschieht in großen Holzfässern, 15 Prozent in Betoneiern, 30 Prozent in komplett neuen Barriques aus französischer Eiche und 30 Prozent in gebrauchten Barriques. Die Ernte fand vom 17. September bis zum 01. Oktober für Malbec und Cabernet Franc statt. Die Merlot wurde Anfang September gelesen. Die Nase dieses Jean Faure 2022 ist so eigenwillig! Der Wein ragt in jeder Beziehung heraus in Saint-Émilion. Die Cabernet Franc wird von Rappen dominiert. So feine, schicke Himbeer-Erdbeerkonfitüre, feine Kreidespuren darunter, ganz helle Lakritze, helle Veilchen und Rosenblätter. Alles sehr verspielt, auch Wiesenblumen, floral und schick! Loire-Stil. Dann ein supergeschmeidiger, rotfruchtiger Mundeintritt mit tollem Salz. Auch hier wieder blumig und hochmineralisch, aber nicht anstrengend, sondern einfach nur schick! Die Rappen bringen die entsprechende Würze an der Seite. Der Wein ist lang, er tanzt und springt umher. Hinzu kommt ein extrem feines Tannin. Eine große Ode an die Freude! Ein spielerisch-leichter und trotzdem sehr substanzreicher und reifer 2022er. Und wie ich schon sagte: Man findet vielleicht noch Coutet als ähnlich spannendes, filigranes Projekt, aber ansonsten ragt Jean Faure schon sehr heraus aus jeglicher Uniformität in Saint-Émilion. Dieses Grand Cru Classé ist ganz sicher auf dem Weg in Richtung Premier Grand Cru Classé. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ein phänomenaler Erfolg! Und wenn man spielerische Finesseweine liebt, verträumte, burgundische, Chambolle-Musigny-artige und Loire-hafte Weine, dann ist man hier genau richtig! Weit entfernt von Blockbuster, aber extrem substanzreich, erotisch und grandios in der unendlichen Leichtigkeit des Seins. Wow! 97-100/100***Château Jean Faure umfasst 18 Hektar und ist direkter Nachbar von Château La Dominique und Cheval Blanc, alle haben sie gemeinsame Grenzen. Drei Weingüter auf ziemlich gleichem Terroir. Kies- und Lehmböden mit Kalkstein und etwas Sand und einer sehr guten Wasserversorgung. Diese Weingüter und Weinberge leiden eigentlich nicht so stark unter den trockenen Hitzejahren, wie wir sie seit 2015 fast durchgängig haben. Jean Faure wurde im Laufe der letzten 10 Jahre deutlich auf Dichtpflanzung umgestellt. Die vorhandenen Reben sind weit über 80 Jahre alt. Mit der Dichtpflanzung geht der Ertrag inzwischen auf 500 Gramm Trauben pro Stock zurück. Bio und Biodynamie werden hier ganz großgeschrieben, weil der Besitzer Olivier Decelle das Ganze auch schon auf seinem Roussillon-Weingut Mas Amiel praktiziert. Und in seiner Regisseurin Mari-Laure Latorre hat er die perfekte und geniale Mitstreiterin gefunden. Olivier konnte das Weingut 2004 durch den Verkauf seiner Ladenkette Picard erwerben. Das Weingut gehörte früher Madame Loubat, der vor dem Verkauf an Moueix auch das Château Pétrus gehört hat. Sie wollte jedoch nicht an die meistbietenden Nachbarn wie Cheval Blanc verkaufen und so kam der externe Olivier Decelle zum Zuge. Der Berater des Weinguts ist der sehr auf Biodynamie ausgerichtete Daniel Duclos. Die Weinberge werden zum Teil mit dem Pferd gepflügt, um die Verdichtung zu minimieren. Der sanfte Rebschnitt nach Simonit wurde bei Jean Faure erstmals 2018 eingeführt. Damit werden der Saftfluss und die Versorgung der Reben verbessert. Gleichzeitig kann Krankheiten und Infektionen besser vorgebeugt werden. Der neue Berater Duclos ist Spezialist dafür und sein Vater gilt als Pionier für den sanften Rebschnitt in Saint-Émilion. Die Trauben werden – je nach Notwendigkeit – zum Teil entrappt, zum Teil als Ganztraube in die Fermentation gegeben. Diese findet im rohen Zement oder im Holz statt. Ohne Temperaturkontrolle, aber es gibt auch keine Kaltmazeration davor. Wir sind hier komplett zurück in der Ursprünglichkeit. Grundsätzlich wird kein externer Schwefel bis zum Frühjahr nach der Lese eingesetzt. Alle Prozesse laufen schwefelfrei, wie Olivier Decelle das bei Frau Lapasse in der Schweiz gelernt hat, die ihm sagte: »Vergärung mit Schwefel ist wie Schwimmen mit Haien.« Das schwefelfreie arbeiten setzt jedoch voraus, dass extrem sauber und penibel gearbeitet wird. Leiterin des Teams ist die Regisseurin und Winzerin Marie-Laure Latorre.
Cabernet Franc 64%, Merlot 30%, Malbec 6%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2055
Verpackt in: 12er OHK
Lobenberg: 97–100/100
Bettane: 96/100
Revue du Vin de France: 95–96/100
Weinwisser: 94–95/100
Terre de Vins: 94–95/100
Falstaff: 94/100
Jane Anson: 94/100
Jeb Dunnuck: 93–95/100
Parker: 93–95/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Jean Faure, , 33330 Saint Emilion, FRANKREICH
In der 12er Original-Holzkiste erhältlichq
Wenn Sie 12 Weine kaufen, erhalten Sie diese kostenfrei in der Original-Holzkiste.
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