Lobenberg: In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es trocken, dann gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings keinen einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Zumal Mitte August circa 80 Millimeter Regen fielen. Ende August nochmal 15 Millimeter. Danach war es den ganzen September über trocken. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. So auch für Château Margaux mit seinem lehmhaltigen Terroir. Die Assemblage 2020: 89 Prozent Cabernet Sauvignon, acht Prozent Merlot, zwei Prozent Cabernet Franc und ein Prozent Petit Verdot. Der Erstwein macht genau ein Drittel der Gesamtenge von Château Margaux aus, ein Drittel der Zweitwein Pavillon Rouge und ein Drittel der Drittwein. In der Regel gehen die ältesten Reben in den Grand Vin, aber es gibt keine speziellen Plots innerhalb der Gesamtrebfläche. Die Ernte fand 2020 zwischen dem 10. und dem 30. September statt. Als letztes wurde natürlich die Cabernet Sauvignon gelesen. Der pH-Wert liegt bei 3,67, die Säure bei 3,58 Gramm pro Liter. Also wie 2019 ist die Säure recht niedrig, aber der 2020er kommt ganz anders rüber als 2019. Der Tannin-Level ist zusammen mit 2018 der höchste, der je bei Château Margaux gemessen wurde. Die Nase: Tiefe Schwarzkirsche, enorm duftig, hohe Aromatik. Nichts Aggressives, sondern eine wundervolle Reife, eine Schwarzkirsch-Duftwolke. Ein ganz kleiner Hauch Cassis und süße Maulbeere dahinter, etwas Holunder, helle Lakritze und etwas helle Schokolade. Der Mund wird geflutet von intensiver Aromatik. Zumindest im Mund erscheint der Wein deutlich säureärmer als der 2019er, obwohl die offiziellen Werte gleich sind. Vielleicht liegt es am hohen Tannin-Level. Die Tannine sind aber butterweich, geschliffen, poliert. Nichts Hartes, nichts Sprödes, sondern nur viel. Und die intensive Aromatik, die im Mund bei deutlich mehr roter als bei schwarzer Frucht liegt, umspült, haftet und hört gar nicht wieder auf. Viel Schattenmorelle, Himbeere und Erdbeere. Hohe Intensität, etwas Schlehe, durchaus etwas pikant. Langsam erst kommt die Schwarzkirsche wieder zum Vorschein. Der Wein haftet für Minuten. Aber im Grunde ist es kein Wein zum Niederknien, sondern es ist einfach nur extrem lecker, harmonisch und ausgewogen. 2020, das stellt sich immer mehr heraus, bringt perfekte Zechweine, die man sich natürlich wegen der wahnsinnigen Preise kaum leisten kann. Aber im Grunde perfekt - Everybody´s Darling für jeden Tag. Ein so ungeheurer Hedonismus, ein Jahrgang, der auch in der Testphase so viel Freude bereitet. Nicht so aufregend wie 2019, eher wie 2018, einfach nur schön. Im Gegensatz zu 2018 etwas lebendiger, etwas frischer in der Frucht. Viel erinnert an 2016, aber 2020 ist hedonistischer, ist weicher, entgegenkommender und macht mehr Freude. 100+/100
Cabernet Sauvignon 89%, Merlot 8%, Cabernet Franc 2%, Petit Verdot 1%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2079
Verpackt in: 3er OHK
Lobenberg: 100+/100
Parker: 100/100
Suckling: 100/100
Weinwisser: 100/100
Jane Anson: 100/100
Revue du Vin de France: 99–100/100
Decanter: 98–100/100
Wine Cellar Insider: 98–100/100
Wine Enthusiast: 98–100/100
Gerstl: 20+/20
Frankreich, Bordeaux, Margaux
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Margaux, , 33460 Margaux, FRANKREICH
In der 3er Original-Holzkiste erhältlichq
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