Lobenberg: 56 Prozent Merlot, 41 Prozent Cabernet Sauvignon und drei Prozent Petit Verdot. Der Ertrag lag 2021 bei nur 22 Hektolitern pro Hektar. Das ist schon ein extremer Biodynamiker hier – Verluste durch Mehltau und durch Frost und dazu eine extreme Ertragsreduktion am Stock und dann noch bei der Sortierung im Weingut. Der Ertrag liegt am Ende 30 Prozent unter dem Normalwert. Palmer hat eine immense, dichte, reiche, schwarze Nase. Maulbeere, Brombeere und Holunder, so eine Wucht! Helle Lakritze, Eukalyptus und sehr viel Veilchen, dann kommen Minze und Rosenblätter. Enorm floral, enorm Merlot-orientiert, obwohl die schwarzen Aromen doch von der Cabernet kommen. Der Mund vibriert. Auch hier sind die schwarzen Früchte dominant. Weiche, reiche, völlig opulente schwarze Kirsche mit Maulbeeren und Brombeeren. So intensiv, so viel intensive, schwarze, reiche, süße Frucht! Große Harmonie, mit satten Tanninmassen, total eingebunden. Balance und Harmonie sind überragend, aber zum letzten Kick fehlt ihm ein bisschen die Spannung, die letzte Vibration, die es in diesem Jahrgang beispielsweise bei Château Margaux gibt. Palmer ist im Grunde ein ganz klein bisschen zu lecker, zu gefällig. Alles passt, es ist ein großer Wein, aber kein Power-Riese wie 2020 oder 2019. Eher ein Charme-Riese mit enorm sinnlicher Eleganz und ganz sicherlich in der ersten Reihe, aber nicht der Primus inter Pares, der er manchmal ist. Knapp hinter Chateau Margaux. 97-100/100***Obwohl Chateau Palmer offiziell nur ein 3ème Cru ist, liegt er qualitativ oft weit darüber. Seit 2014 ist Palmer Demeter zertifiziert. Das Château umfasst 66 Hektar. Ein Drittel davon ist immer für den Erstwein Palmer reserviert, ein Drittel für den Zweitwein Alter Ego und beim letzten Drittel wird jedes Jahr entschieden, ob Erst- oder Zweitwein – je nach Qualität. Das Durchschnittsalter der Reben für den Erstwein Palmer liegt bei 45 bis 50 Jahren. Die Reben für den Alter Ego sind durchschnittlich 35 bis 40 Jahre alt. Im Keller wird alles spontan im Edelstahl fermentiert. Inzwischen wird hier komplett schwefelfrei vergoren, erst nach der Malo folgt die Zugabe. Eine Methode, die sich bei Biodynamikern immer mehr durchsetzt und die einfach die Frucht deutlich sauberer erhält. Es wird komplett entrappt. Im Weinberg ist Château Palmer bei einer Pflanzdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar angekommen. Das Ziel von unter 500 Gramm pro Pflanze ist locker erreicht. Wir sind inzwischen bei deutlich unter 500 Gramm und sie haben zwei Hektar im Besitz, die mit 20.000 Pflanzen bestückt sind, bei gleichem Gesamtertrag je Hektar. Das heißt, wir kommen dort auf nur 3 kleine Träubchen und ein Gesamtgewicht von unter 300 Gramm pro Pflanze. Das Ziel ist eigentlich nicht der Hektarertrag, sondern der Ertrag pro Pflanze. Und diese 300 Gramm pro Pflanze entsprechen in etwa dem gleichen Extremismus eines Roberto Voerzio, der in Barolo praktiziert, oder eines Dominique Leandre Chevalier an den Côtes de Blaye. Chateau Palmer hat zwar später angefangen mit der Biodynamie als Pontet Canet, aber in Bezug auf Ertrag pro Pflanze und ambitionierter Zielsetzung ist Palmer im Médoc vielleicht sogar ganz vorne.***Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.
Merlot 56%, Cabernet Sauvignon 41%, Cabernet Franc 3%
rot, trocken
Trinkreife: 2031–2081
Verpackt in: 6er OHK
Lobenberg: 97–100/100
Revue du Vin de France: 96–98/100
Suckling: 96–97/100
Jane Anson: 96/100
Weinwisser: 96/100
Decanter: 96/100
Rene Gabriel: 19/20
Yohan Castaing: 95–97+/100
Parker: 95–97/100
Gerstl: 19+/20
Frankreich, Bordeaux, Margaux
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Palmer, , 33460 Cantenac, FRANKREICH
In der 6er Original-Holzkiste erhältlichq
Wenn Sie 6 Weine kaufen, erhalten Sie diese kostenfrei in der Original-Holzkiste.
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