Lobenberg: Die Assemblage von Pichon Comtesse in 2021: 88 Prozent Cabernet Sauvignon, 10 Prozent Cabernet Franc und zwei Prozent Merlot. So ein Jahrgang wie 2021 steht der Comtesse extrem gut! Wir haben hier einen so dramatisch burgundischen Einschlag, einfach total schön. Pichon wird dann vom Pauillac zum Saint Julien mit Assoziationen an Pomerol und ans Burgund. Volle Intensität, Druck und Frische zugleich. Cassis eher im Hintergrund, viel mehr von der satten schwarzkirschigen Süße. Auch rote Herzkirsche und Schattenmorellen. Heidelbeere und herbe Frische steigen in die Nase. Sehr schöne Pfeffrigkeit aus der Cabernet Franc. Das geht auch am hocharomatischen Gaumen so weiter. Viel dunkle Mineralität, Salzigkeit, Präzision und beeindruckende Struktur. Wirklich geniale Finesse, super schick, alles passt. Der Wein will gar nicht wieder aufhören im Mund. Gefällt mir klar besser als Pichon Baron, weil wir hier einfach nochmal deutlich mehr Eleganz und Schick haben, die Comtesse ist einfach ein Touch mehr Seide, Samt, süßer Saft, etwas mehr Hedonismus. Sicher mit Ducru einer der 2eme-Stars des Jahrgangs. So oder so ein Traumwein. 97-100/100***Aktueller Besitzer von Pichon Comtesse ist die Familie Rouzaud, ebenfalls Besitzer des Champagnerhauses Roederer. Die Familie erwarb das Weingut 2007, seit 2010 ist Sylvie Cazes Verwalterin von Pichon Comtesse. Gildas d’Ollone bestimmt das alltägliche Weingeschick dieses Superstars, wenn dereinst der hochverdiente 1er Frau Status erreicht werden sollte, liegt das sicher auch an ihm. Pichon Lalande liegt auf einer zwei bis fünf Meter dicken Schicht aus Kies, teils mit Sand durchmischt. Darunter befindet sich komplett Lehm. Die Böden sind also ideal geeignet für die mediterranen Jahre ab 2015, weil es immer ausreichend Wasserversorgung gibt.***Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.
Cabernet Sauvignon 88%, Cabernet Franc 10%, Merlot 2%
rot, trocken
Trinkreife: 2033–2075
Verpackt in: 3er OHK
Lobenberg: 97–100/100
Galloni: 96–98/100
Weinwisser: 96/100
Decanter: 96/100
Rene Gabriel: 19/20
Yohan Castaing: 95–97/100
Jeb Dunnuck: 94–96+/100
Parker: 94–95+/100
Gerstl: 19+/20
Frankreich, Bordeaux, Pauillac
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Pichon Lalande, , 33250 Paulliac, FRANKREICH
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