Lobenberg: Poujeaux besteht 2022 aus 55 Prozent Cabernet Sauvignon, 42 Prozent Merlot und drei Prozent Petit Verdot. Die Nase: volle, satte Lakritze, darunter Schlehe, Sauerkirsche, dichte rote Zwetschge, Grafit und Veilchen. Tolle Länge und schon in der Nase viel Druck zeigend, ohne, dass der Wein fett ist. Es bleibt balanciert und harmonisch. Der erste Mundangang zeigt salzige holländische Lakritze – hochintensiv! Große Frische und dahinter erstaunlich viel rote Frucht mit Schlehe und Sauerkirsche. Dann kommt eine deutliche Veilchennote. Feine Tanninmassen, aber wirklich Massen. Gut verwoben und gute Balance zeigend. Insgesamt eine mittlere Fülle und guter Trinkfluss, aber er braucht sicherlich fünf, sechs Jahre Zeit. Sehr pikanter Nachhall, ein hochintensives Süße-Säurespiel mit Salz, Lakritze, Minze und Eukalyptus. Irgendwie auch ein Blockbuster, aber alles mit großer Feinheit und Harmonie im Stil von 2022. Ein Powerwein mit Finesse in feinster Ausprägung, der sehr lange steht. Passt wirklich gut – toller Poujeaux! 95-96/100***Das ehemalige Cru Bourgeois Château Poujeaux war über einen ganz langen Zeitraum hinweg eines der führenden Cru Bourgeois überhaupt. Aus Protest über die Neuklassifizierung in Cru Bourgeois Exceptionnel, Supérieur und in einfache Cru Bourgeois, ist man dieser Vereinigung nicht beigetreten. Es heißt jetzt also nur noch Château Poujeaux. Es ist aber eines der ältesten Weingüter in Bordeaux, es existiert urkundlich bereits seit 1544. Die Appellation Moulis ist in warmen Jahren ganz hervorragend und ähnelt sehr der Nachbarappellation Margaux. In kühlen und feuchten Jahren kann Moulis schon auch sehr spröde und grün sein. Das Weingut umfasst 70 Hektar, die Böden bestehen hier aus Kies und Sand. Also die klassische Mischung aller Cru-Lagen des linken Ufers. Dichtpflanzung von 10.000 Stöcken pro Hektar, damit der Ertrag pro Pflanze auf ein halbes Kilo gesenkt werden kann. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei 30 Jahren. Berater ist niemand geringeres als der Superstar des rechten Ufers, Stéphane Derenoncourt, der viele Bio-Weingüter betreut. Das Weingut gehört seit einigen Jahren Philippe Cuvelier, sein Sohn Mathieu betreut es als Direktor. Poujeaux hatte einige Jahre einen Durchhänger, ist aber seit 2016 – noch viel mehr mit 2018 und 2019 – wieder in der Spitze der Appellation angelangt und kann durchaus im Bereich der klassifizierten Weine der Nachbarappellation Margaux mitschwimmen. Spontane Vergärung im Edelstahl, im Holz und auch im Beton. Alles temperaturgesteuert. Keine scharfe Extraktion, nur vorsichtiges Überpumpen. 20 bis 25 Tage Vergärdauer. Dann der Ausbau im Barrique, ein Drittel Neuholz, zwei Drittel gebrauchtes Holz.
Cabernet Sauvignon 55%, Merlot 42%, Petit Verdot 3%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2030–2052
Verpackt in: 12er OHK
Lobenberg: 95–96/100
Suckling: 94–95/100
Terre de Vins: 94–95/100
Jane Anson: 94/100
Gerstl: 18+/20
Frankreich, Bordeaux, Moulis und Listrac
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Poujeaux, , 33480 Moulis-En-Medoc, FRANKREICH
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