Lobenberg: Die Nase zeigt Holunder, aber auch dunkle Himbeere, dazu schwarze Kirsche und dahinter eine eigenwillige Würze. Feine Lakritze und ein bisschen Feigen. Das Ganze aber spielerisch. Der Mund zeigt auf der einen Seite Rappen, auf der anderen Seite aber auch diese total verspielte, schwärzliche, mit Salz unterlegte Himbeere. Feine Holundernoten darunter und ganz helle Lakritze, das Ganze spielt mit Salz – fein und an Kalkstein erinnernd. Der Wein hat eine spielerische Leichtigkeit und erinnert ein wenig an ein Bordeaux Modell Château Jean Faure in Saint-Émilion, auch das Burgund eines Silvain Patailles könnte Pate gestanden haben. Was für ein ultraschicker Wein, was für eine Delikatesse, was für ein multikomplexes Unikat! 97-100/100***Cuentavinas ist das Mikro-Weingut von Edoardo Eguren, Sohn der berühmten Rioja-Dynastie. Drei Einzellagen in einer der besten Gemeinden der Rioja, winzige Produktionszahlen. Alles penible Handarbeit, ein Prestigeprojekt und zugleich ein sehr persönliches. Edoardo Eguren hat seine Grundausbildung in Australien und Kalifornien absolviert. Die Bearbeitung seiner uralten Buschreben ist etwas anders, mit einem speziellen Entblätterungssystem, das er in Australien gelernt hat. Das führt dazu, dass die Trauben und Beeren extrem klein bleiben. Der Ertrag liegt am Ende bei nur 500 bis 800 Gramm pro Pflanze. Aus einem Hektar Weinberg holt er weniger als 2.000 Flaschen. Er macht nie eine grüne Lese, weil er direkt nach der Blüte die Reben im unteren Bereich entblättert. Das härtet die Beeren ab und führt zu einem geringen Wachstum wegen geringerer Photosynthese. Der Septeno wurde so genannt, weil es der siebte Wein im Portfolio von Eduardo Eguren ist. Eduardo hält sieben für die magische Zahl in der Geschichte schlechthin. Gott schuf die Welt in sieben Tagen, das verflixte siebte Jahr und was es alles sonst noch gibt. Der Weinberg liegt in San Vicente auf 650 Metern Höhe direkt am Wald. Sein offizieller Name lautet La Canoca. Der Lagenname ist aber exklusiv einem anderen Erzeuger vorbehalten, sie darf nicht auf das Etikett gedruckt werden. Durch die kühle Lage wurde 2022 erst am 3. Oktober gelesen. Es gibt insgesamt nur rund 4.000 Flaschen von diesem Wein. 100 Prozent Tempranillo, gepflanzt in den 60er-Jahren als Buschreben auf 2,5 Hektar. Die Trauben wurden im Weingut nicht entrappt, sie wurden für 96 Tage bei nur 18 Grad langsam fermentiert, zwischendurch nur einmal der freilaufende Saft übergepumpt und im Januar dann alles sanft in einer kleinen Korbpresse abgepresst. Der Wein verbleibt danach weiter im selben großen Holzfass für den Ausbau. Der Schlüssel ist, die Trauben vor der Gärung komplett ganz zu lassen, nicht anzuquetschen, um keine grünen Noten drin zu haben. Das Resultat ist verblüffend!
Tempranillo 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2054
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 97–100/100
Spanien, Rioja
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Vinedos de Paganos, Carretaera Navaridas, s/n, 01309 Páganos (Laguardia-Àlava), SPANIEN
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