Lobenberg: 65 Prozent Cabernet Sauvignon, 30 Prozent Merlot, drei Prozent Petit Verdot und zwei Prozent Cabernet Franc. Im Grunde seit 2018 der absolute Überflieger dieser Appellation. Zusammen mit Seguin und Carmes Haut-Brion sicherlich die spannendsten Neuerscheinungen der letzten Jahre unterhalb – oder auf gleicher Höhe – mit Haut-Brion und La Mission. Pape Clément hat eine gewisse Sonderstellung – mal brillant, mal schwierig. Domaine de Chevalier ist 2022 genauso wie der Önologe Derenoncourt es propagiert: sehr reif und gleichzeitig extrem elegant. Das was er auf seinem eigenen Weingut Domaine de L’A praktiziert, praktiziert er auch auf der Domaine de Chevalier. Komplexe, tiefe, rotfruchtige Nase mit süßen roten Kirschen, süßlichen Sauerkirschen, Schlehe und reifer Zwetschge. Daneben Schwarzkirsche und süßes Cassis. Auch helle Lakritze und ein bisschen Süße von Feige, dazu Olivenpaste. Aber nichts Schweres, sondern burgundisch und fein. Unglaublich schicker Mund – so eine feine Tanninstruktur! Verspielt und burgundisch, das ist fast Chambolle-Musigny-artig. So komplex und fein im Mund! Wer schon mal die Freude hatte, den jetzt gerade auf den Markt kommenden 2020er oder den 2019er probiert zu haben, der weiß, wovon ich rede. Die Domaine de Chevalier ist eine ziemliche Perfektion in Bordeaux, wenn man denn die burgundische Ausprägung liebt. Ein Topwert seit vielen Jahren! Ich liebe diesen Schick, diese Eleganz und Komplexität, ohne jemals fett und brachial zu sein. Immer auf der verspielten, tänzelnden Seite, nie brachial wie Haut Brion oder fett wie Haut Bailly sondern immer burgundisch bleibend und trotzdem intensiv. Nie überfordernd sondern einfach schick, so kann ein perfekter Wein sein! 100/100***Die Domaine de Chevalier ist seit 2009, aber so richtig erst seit 2015, eines der Topweingüter aus Pessac-Léognan. Es steht für mich inzwischen auf einer Stufe mit den Superstars Smith Haut Lafitte, Seguin und Haut Bailly. Im Weingut wird komplett biodynamisch gearbeitet, es ist aber nicht zertifiziert. Sehr alte Reben, Dichtpflanzung, winzige Erträge von unter 500 Gramm je Stock. Seit einigen Jahren nun ist Stéphane Derenoncourt, Starönologe aus Saint-Émilion, Berater und Önologe auf dem Weingut. Alles wird komplett entrappt und gesunde braune Rappen später wieder selektiv hinzugegeben, um die Full-Bunch-Würze und Frische zu erreichen. Es sollen aber auf keinen Fall grüne Aromen dazukommen. Die Vergärung geschieht spontan in offenen Holzgärständern. Sehr moderates Überpumpen, aber auf keinen Fall hartes Runterstoßen, keine starke Extraktion. Die Ernte läuft in vielen Lesegängen, um wirklich optimal reife Trauben zu holen. Die vollständig entrappten Beeren werden dann per Laseroptik auf optimale Reife untersucht – nur das Beste kommt ins Töpfchen. Die spontane Gärung erfolgt dann temperaturkontrolliert über einen langen Zeitraum. Der Ausbau dann später in diversen Gebinden, von Betoneiern über Amphoren und Tonneaux bis zu Stückfässern und klassischen Barriques, zum Teil neues Holz. Die Zukunft der Domaine de Chevalier hat spätestens mit 2015 begonnen.
Cabernet Sauvignon 65%, Merlot 30%, Petit Verdot 3%, Cabernet Franc 2%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2031–2061
Verpackt in: 6er OHK flach
Lobenberg: 100/100
Suckling: 98–99/100
Alexandra Ma: 98–99/100
Wine Cellar Insider: 96–98/100
Jeb Dunnuck: 96–98/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Domaine de Chevalier, , 33850 Léognan, FRANKREICH
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