Lobenberg: Direkt nach dem Patou probiert, wird hier beim Eygats noch einmal mehr die Besonderheit des Jahrgangs 2022 im Cornas-Berg deutlich. Und die Besonderheit der veränderten Vinifikation bei Ferraton – mit minimalstem Schwefelzusatz und der reinen Feinhefe im 16-monatigen Fassausausbau. Ob der kühleren Lage ist der Wein nochmals feiner als Patou. Nicht zwingend besser dadurch, aber noch feiner, noch eleganter. Wenn Patou etwas mehr die Stilistik eines Bonnes-Mares aus Morey-Saint-Denis hat, tendiert Les Eygats mehr zur Nachbargemeinde Chambolle-Musigny. Unglaublich feine schwarze Himbeere, Veilchen, dahinter ein bisschen feinster Holunder. Feine helle Lakritze, sie ist fast etwas dunkler als im Patou. Hochintensiv! Auch Minze findet sich in diesem feinen, spielerischen Wein. So unglaublich schick! Der Mund ist ein Ausbund der Finesse – tänzelnd! Nougat, feinste Schokolade dazu, aber ganz poliert bleibend, mit hochelegantem Tannin. Eine spielerische Leichtigkeit und trotzdem eine wahnsinnige Spannung zeigend. Hintenraus aber dann deutlich mit schwarzer Erde und Würze daherkommend. Kräuter der Provence, Bitterschokolade und wieder die Lakritze und Veilchen, dazu eine feinste Beerenfrucht. Nicht fett, aber enorm spannungsgeladen. Gleichzeitig tänzelnd-fein in der Tanninstruktur. Eine absolute Schönheit, eine sehr feminine, drahtige Balletttänzerin. Beide Cornas – die ja letztlich vom gleichen Hügel stammen und sich nur in ihrer Höhenlage unterscheiden – sind mit das Feinste, was ich im Cornas probiert habe. Cornas hat es in 2022 wirklich perfekt getroffen. Nicht zum Niederknien, sondern einfach nur hedonistisch, fein und verträumt. Trotzdem Kraft und Spannung ausstrahlend. Großer Stoff! 99-100/100***Auf dem Cornas-Berg liegt der Lieu-Dit Les Eygats in über 350 Metern Höhe oberhalb des Patou. Sehr viel kühler ist es dort als im Lieu-dit Patou. Südexposition, uralte Reben Petite Syrah, hier früher Sérine genannt. Sie stehen fast nur auf Granit. 8.000 Pflanzen pro Hektar, 40 Jahre alt. Winzige Erträge, es gibt lediglich gut 1.000 Flaschen von diesem Elixier. Hier wird biodynamisch gearbeitet, es ist aber nicht zertifiziert, weil Ferraton den Weinberg nicht besitzt. Der halbe Hektar ist im Besitz des Vertragswinzers, mit dem Ferraton Hand in Hand arbeitet. Die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Der Ausbau dann zu 80 Prozent im Barrique und zu 20 Prozent im Tonneau, 2022 mit einem Neuholz-Anteil von 20 Prozent. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach drei Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu in 2022 und dadurch ist das Jahr feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Sie kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent. Les Eygats wurde am 7. September 2022 gelesen.
Syrah 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2063
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 99–100/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Ferraton Pere e Fils, 13, rue de la Sizeranne, 26600 Tain L'Hermitage, FRANKREICH
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