Lobenberg: Der Crozes-Hermitage Les Pichères ist als biodynamischer Wein – mit all den Begleitumständen und Restriktionen – sicherlich einer der spannendsten Crozes-Hermitages überhaupt, weil er für diese Qualität eben auch sehr günstig ist – das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sensationell. 2022 war wie überall von dieser enormen Wärme, Hitze und Trockenheit geprägt. Aber wie auch in Bordeaux gab, es auch an der Nordrhône im August über 30 Millimeter Regen. Das hat die Fotosynthese wieder ins Laufen gebracht. Der Stillstand führte zuvor glücklicherweise dazu, dass die Säure und die Frische gut erhalten blieben. Die Ernte fand Anfang September statt, der Ertrag lag 2022 bei 35 Hektolitern pro Hektar. Pichères riecht sich wie ein Mix aus Beaujolais und Mercurey: Traumhafte konzentrierte Himbeere, mit Erdbeere darunter und süßer roter Kirsche, dazu ein Hauch Veilchen, Rosenblüte und Schwarzkirsche. Feine, hocharomatische Dropsigkeit. Eine Duftorgie! Im Mund rote Beeren, hochkonzentrierte Himbeere und ein Hauch Brombeere, dann rote Johannisbeere und etwas Orangenabrieb und Sanddorn. Erstaunlich gutes Tanningerüst, der Wein zeigt eine wunderbare Struktur. Die Trauben wurden hier komplett entrappt, dennoch hat er eine Struktur als sei er mit Ganztrauben vergoren worden. Tolle Länge! Das vibriert, ist salzig und steht für über eine Minute. Trotzdem bleibt es ein extrem charmanter Wein in seiner traumhaft verspielten roten Frucht. Er ist in seiner Ausprägung fast intensiver als der traumhafte 2021er. Vielleicht nicht ganz so frisch, dafür etwas voluminöser und nochmal reifer und charmanter. Ein extrem schicker Stoff und genialer Zechwein! 94-95+/100***Les Pichères ist ein nur 0,5 Hektar großer Lieu-dit im Besitz von Ferraton. Ein Single Vineyard auf den Hügelausläufern, gerade ins Flache übergehend. Der Boden besteht aus Kalkstein und Lehm mit großen Kieselsteinen. Relativ junge Syrah-Reben, 2003 gepflanzt, sie stehen in Südwestexposition teilweise auf Terrassen. 5.000 Stöcke pro Hektar. Wie alles hier biodynamisch bewirtschaftet. Die Trauben werden im Weingut komplett entrappt, die Vergärung erfolgt spontan im Beton, ebenso die Malo. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Ausgebaut wird für 12 Monate im Tonneau und nicht mehr in Barriques. 2022 liegt der Anteil Neuholz bei unter 20 Prozent. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach drei Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu in 2022 und dadurch ist das Jahr feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Die Weine kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent.
Syrah 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2039
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 94–95+/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Ferraton Pere e Fils, 13, rue de la Sizeranne, 26600 Tain L'Hermitage, FRANKREICH
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