Lobenberg: Der Wein steht zum einen auf einer Gewannlage namens »Vogel« und zum anderen in der kühlen Parzelle »Amerika«. Quasi ein Großes Gewächs, obwohl Holger Koch nicht im VDP ist, denn das ist kein geschützter Begriff. Aber es steht nicht auf dem Etikett, auch um keine schlafenden Hunde in Behörden zu wecken. Der Selektionswein ist immer ein Grauburgunder wie ich ihn liebe, weil er Saftigkeit und Charme mit toller Mineralität vereint, tolle Komplexität hat und dabei so vibrierend fein und animierend ist. Super geniale Nase für einen Grauburgunder, weil sie so frisch und glockenklar daherkommt, zitrisch dominiert, selbst jetzt im wärmeren Jahr 2022. Kandierte Mandarine, Nektarine, Mirabelle, schöne gelbe Frucht des Kaiserstuhls, aber eben mit einer grandiosen Präzision und Frische. Der Ausbau im Holz verleiht dem Wein einerseits Flügel, lässt ihn eleganter wirken und gleichzeitig auch mehr Druck. Auch hier der Kunstgriff von Holger Koch, es wurde ein ganz kleiner Teil der Ernte komplett Maischevergoren und vor dem Ausbau im Holzfass dann wieder cuvetiert, einfach um mehr Struktur zu bekommen. Diese Zugabe bringt ihm genau diese Struktur, dieses Mundgefühl, schön zupackend hintenraus, das gibt die nötige Frische und Textur in warmen wie in kühlen Jahren. Der Grauburgunder*** kommt in 2022 mit einer beeindruckenden Textur auf den Gaumen, schiebend in dieser kandierten Zitrusfrucht, feinem Gerbstoffgrip wie von Grapefruitschale, feine Salzigkeit im Nachhall. Großartige Länge, der Wein definiert sich eben nicht durch eine vordergründige Säurestruktur, die schlummert eher nebenbei im Kern. Es ist dieser zarte Gerbstoff der hier richtig Kraft und Frische reinbringt. Gefällt mir sehr gut. 94+/100
Grauburgunder 100%
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2039
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 94+/100
Deutschland, Baden
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Weingut Holger Koch, Mannwerk 3, 79235 Vogtsburg, DEUTSCHLAND
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