Lobenberg: Karsten Peters Interpretation der dank Koehler-Ruprechts Bernd Philippi wahrscheinlich berühmtesten Lagen der Nordpfalz. Karsten holt einen Teil dieses Weines aus den Gewannen in Nil in Ostexposition und Kirchenstück auf Terra Rossa-Boden. Also nicht im südexponierten Kernstück, sondern den etwas kühleren Randbereichen. Man riecht ins Glas und spürt sofort: Saumagen! Diese intensive, karge Kreidigkeit, die fast an Blanc de Blancs-Champagner erinnert in dieser Puristik. Alles läuft über helles Gestein, Limettensaft, weißfleischige, grüne Birne, Mandarine und roter Apfel, spannende Aromatik, sehr lang, sehr intensiv. Die Augen ziehen sich zusammen, irre Mineralausdruck, die Säuren spielen mit der Zunge. Sehr straff, mit klirrender Mineralität, aber auch der satten Power des Saumagens. Die Salzigkeit setzt sich auf der Zunge fest und sorgt mit der saftig-pikanten grünen Frucht für einen brillanten, trinkanimierenden Fluss. Aus dem Stand ein Saumagen in der ersten Reihe dieser Lage, alle Achtung. Wir wissen ja von Gut Hermannsberg, dass Karsten zu den besten Rieslingwinzern Deutschlands zählt, aber dass er seine Heimat die Pfalz mit einer ähnlichen Puristik und Klarheit auf die Flasche bringt wie die extrem steinige Nahe ist schon verblüffend. Dieses Teil hat schon einen irren Zug und so viel steinige Struktur im Nachhall, dass man meint einen Kallstadter Kalksteinbrocken im Mund zu finden. Superb, als Erstlingswerk geradezu herausragend! Und stilistisch klar näher an Rings als an Koehler-Ruprecht. Sich mit dem Lagenwein direkt auf dem höchsten GG-Niveau der Pfalz einzupendeln ist ein starkes Statement, aber bei Karsten Peter bin ich darüber nur milde überrascht. 96-97+/100
Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2046
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 96–97+/100
Gerstl: 19/20
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Weingut Karsten Peter GmbH, Am Neuberg 2, 67098 Bad Dürkheim, DEUTSCHLAND
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