Lobenberg: Die feinherbe Spätlese aus dem Bockstein ist eine Premiere in 2022. Das gab es nie zuvor bei Molitor, meistens ist es ein Kabinett geworden. Aber in 2022 hat es eben dieses Quäntchen mehr Reife und Druck gehabt. Aber im Grund bleiben wir im Charakter des Bockstein, der stets eine sehr eigenwillige Würze von rotem Tee und rostigem Eisen hat, aber dazu diese kompromisslose Spannung und den Säurebogen. Fast wie eine puristischere Ausführung eines Prälat oder Würzgartens, schlanker, ziselierter, aber in einer ähnlichen Würz- und Kräuter- und Teeauslegung. Getrocknete Rosenblätter und Veilchen im Nachhall. Aber in Summe ist das eine sehr straighte, puristische Spätlese, bei der weder Süße noch opulente Frucht eine Rolle spielen. Hier geht es um Salzigkeit und Zug, nahezu trocken schmeckend, nur geradeaus. Und immer wieder mit gelbroten Einschüben auf der Zunge, salzig, griffig, saftig. Bockstein ist eine ganz eigene Welt, unique. Mit dem bisschen mehr Druck einer Spätlese gefällt mir das noch besser als im Kabinett, weil es dann nicht zu karg und stramm wird. Wer etwas mehr Exotik und Opulenz sucht, der sollte zur grünen Spätlese Graacher Himmelreich 2021 greifen, wer puristischer unterwegs ist, der geht mit der Premiere aus dem Bockstein. Superbe Spätlesen sind beide. 95-96/100
Riesling 100%
weiß, trocken
9,5% Vol.
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 95–96/100
Suckling: 94/100
Galloni: 93/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Markus Molitor, Haus Klosterberg, 54470 Bernkastel-Wehlen, DEUTSCHLAND
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