Lobenberg: Mit einer Lesemannschaft von 80 Leuten hat Molitor gearbeitet in 2022, das merkt man hier auch ganz klar. Markus berichtete, die Lese 2022 sei die teuerste aller Zeiten gewesen. Es war unglaublich schwer hochgradige Auslesen zu ernten in diesem trockenen Jahr. Nur die aller reifsten und überreifen Beeren wurden selektiert, es gab ja auch kaum Botrytis, das Mostgewicht musste also alleine durch Überreife erreicht werden. Umso erstaunlicher ist es, was für eine grandiose Opulenz da aus dem Glas duftet. Eine Frühlingswiese mit Kräutern, heller Lindenhonig, weißer Nougat, getrocknete Ananas und Sternfrucht. Total kristallin und glockenhell in der Ausprägung, aber dunkel in der Mineralität. Was für ein Spannungsbogen! Feiner Rauch macht sich breit, eingemachte Mirabellen, Apfeltarte mit Zimt und Zucker bestreut. Ein Duftbild für die Götter, wie in Omas Küche. Dichter, schmelzender, fast rahmiger Mund, der aber dennoch ziselierter und weniger ölig daherkommt als in vielen anderen Jahren. Das ist eben die Abwesenheit von Botrytis, es wird nicht so ölig, sondern bleibt kristalliner und feiner – trotz aller Opulenz, die diese Auslese*** fraglos hat. Das ist erneut Süßwein-Weltklasse, nur dass es in seinem etwas geschmeidigeren Charakter völlig anders ist als das waffenscheinpflichtige 2021. Über dieser Auslese*** gibt es nur noch eine Beerenauslese*, mehr war nicht drin. Die ist zum Zeitpunkt der Probe aber noch nicht abgefüllt, daher ist dies aktuell mein Primus im Süßwein. Wobei die Auslese** aus dem Schlossberg der Preisleistungssieger ist. 100/100
Riesling 100%
weiß, süss
7,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2072
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 100/100
Suckling: 97/100
Galloni: 96–98/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Markus Molitor, Haus Klosterberg, 54470 Bernkastel-Wehlen, DEUTSCHLAND
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