Lobenberg: 2021 war der kurz auf die Flut im Juli folgende, unter widrigsten Bedingungen geerntete Jahrgang an der Ahr. Alles war improvisiert, Meyer-Näkel war in eine Halle gezogen und hat sich mit geliehenen Maschinen und Kellerequipment und auf die schnelle neu gekaufte Fässer und Gärtanks. Mit unglaublichem Elan, Manpower und Leidenschaft haben die Ahrwinzer diesem Katastrophenjahr getrotzt und am Ende sogar wirklich schöne, geschliffene und reintönige Spätburgunder geerntet aus diesem kühlen, regenreichen Jahr. Weine für echte Oldschool-Fans mit strammer Säure und feingliedrigem, elegantem Körperbau. Die Erträge waren aufgrund der Umstände und der Witterung sehr, sehr gering. Nur das absolute Topmaterial konnte in die GGs einfließen. Harte händische Selektion im Weinberg und im provisorischen Weingut. Nur kleine Rappenanteile, dafür höhere Neuholzanteile, weil ja viele Fässer gekauft werden mussten. Von alten Reben bei Dernau, wo sich der Pfarrwingert in einem engen Talkessel erstreckt. Tonschieferboden mit leichter Hanglage, südlich exponiert. Sehr geringe Erträge und mehrfache Handselektion. Schon direkt in der ersten Nase ist der Pfarrwingert das eleganteste, feinste und finessenreichste GG in Näkel-Range 2021. Er hat nicht diese satte Kirsche wie der Kräuterberg, geht mehr ins Erdige, zeigt mehr hochfeine Tee Noten von Darjeeling bis Assam, süße dunkelrote Waldbeeren, auch etwas Blütenduftiges, das an einen morgentau-feuchten Wald im Frühjahr erinnert. Im Mund ein berauschender Auftritt! Wow! Wie üblich 2021, ist die Säure das taktgebende Element, durchzieht den Wein mit elektrisierenden, ganz feinen Äderchen, salzig, griffig, hochfeine Tannine kommen dazu, die wieder mehr von den Tee-Anklängen mitbringen. Sehr straff, schlank und kühl sind alle GGs 2021, aber der Pfarrwingert bringt schon in der Nase diese feine Süße mit und hat auch im Mund die erhabenste Struktur und größte Länge. Der Primus inter pares kann für mich dieses Jahr daher nur der Pfarrwingert sein mit seiner burgundischen, also süßen Sauerkirsche, die von Veilchen und schwarzem Pfeffer flankiert wird. Hintenraus changiert die Frucht sogar etwas zur knackig-frischen Blaubeere. Ein herausragender Erfolg für den an der Ahr mehr als schwierig zu meisternden Jahrgang. Eukalyptus im Nachhall. Die Komplexität ist famos. Toller Spätburgunder für Fans kühler Jahre. 96-97+/100
Spätburgunder 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2041
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 96–97+/100
Lobenberg in Wiesbaden: 97–99/100
Vinum: 96/100
Weinwisser: 18+/20
Jancis Robinson: 18/20
Deutschland, Ahr
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Meyer-Näkel, Frau Meike Näkel, Friedensstr. 15, 53507 Dernau
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