Lobenberg: Dieser Crozes-Hermitage wird nur von zwei verschiedenen Winzern für Tardieu bereitet – Tardieu liefert ihnen die Barriques, im neuen Jahr und nach der Malo werden die Fässer für den Ausbau in die Keller von Tardieu gebracht. Der Wechsel vom Süden, von Châteauneuf-du-Pape Blanc, zu Crozes-Hermitage, ist der große Wechsel von weißer Grenache zu einer Dominanz von Marsanne. Eine Rebsorte, die immer sehr weißblütig und cremig in der Nase rüberkommt. Ein bisschen an deutschen Weißburgunder erinnernd. So präsentiert sich dieser Crozes Blanc tatsächlich ein wenig wie ein Weißburgunder GG aus der Pfalz, nur hat er ein feineres eingebundenes Holz als viele der vorgenannten Vertreter. Das mag an der größeren Intensität des Weines liegen. Aus dem historisch heiß-trockenen Jahr 2022 kommen gerade vom kühleren Norden des Rhônetals so unglaublich gute Weine. Familie Tardieu war schon vor unserem Tasting voll Euphorie und Freude über den superben Jahrgang, der ein bisschen wie 2019 die Quadratur des Kreises aus Reife und Frische verbindet. Denn der Crozes Blanc strahlt neben seiner Dichte eine tolle Energie aus, viel weißer Pfirsich, Flieder, Lavendel und Garrigues, ein bisschen warmer Rauch, Melone und süße Zitrone. Der Mund ist so geschmeidig und dicht, so rund und salzig, dass man an Kalkstein denkt, aber es ist natürlich Granitboden. Er hat viel Grip und dichte Gerbstoffe und dann schiebt sooo viel Salz nach. Auch Schlehe und Sanddorn, wieder etwas Rauch. Kraft ohne Schwere, Athletik ohne fette Muskeln, und doch steht das Ganze für Minuten. Saftig und hedonistisch. Eine große Freude, schwer ausspuckbar! Eine andere Stilistik, aber im Grunde für mich das Gegenstück zum Vacqueyras Blanc von der Südrhône. Zwei unglaublich grandiose Weine aus nicht so gehypten Weißwein-Appellationen. Beide Weine sind ein Muss für den Keller, weil sie so saftig und trinkfreudig sind, voller Kraft und trotzdem voller Eleganz. 96-98/100***Der Crozes-Hermitage Blanc Vieilles Vignes besteht aus 80 Prozent Marsanne und 20 Prozent Roussanne. Über 50 Jahre alte Reben auf drei verschieden Terroir mit überwiegend Granitböden. Der 2022er hat nur 13,5 Volumenprozent Alkohol. Es wurde natürlich nie chaptalisiert, sondern die extreme Eleganz und Feinheit gerne mitgenommen. Nach der langsamen Ganztraubenpressung wird der Most spontan im ein- und zweijährigen Burgunder-Barrique vergoren. Malo und achtmonatiger Ausbau geschehen in Barriques, teils neues Holz, teils Zweitbelegungen. Keine Batonage. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die Burgunderflaschen. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.
Marsanne 80%, Roussanne 20%
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2047
Verpackt in: 12er
Lobenberg: 96–98/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Michel Tardieu - Nordrhone, Quartier Les Ferrailles - Route de Cucuron, 84160 Lourmarin, FRANKREICH
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