Lobenberg: Erstaunlicherweise zeigt der Wein trotz der recht langen Zeit im Barrique und Doppelstückfass so gut wie kein Holz. Nur eine ganz leichte Duftnote unter der weißen Blumigkeit. Auch hier wie der Crozes-Hermitage in Richtung eines großen Weißburgunders laufend. Hochintensiv. Weißer Weinbergspfirsich, druckvolle weiße Melone dahinter und weiße Birnen. Alles in weißer Frucht laufend und mit weißer Blumigkeit unterlegt, dazu helles Gestein. Man meint Granit zu riechen, Staub auf heißem Granit. Die Nase ist faszinierend! Im Mund die reine Granit-Power. So viel steiniger Schub und trotzdem bleibt alles auf weißer Frucht. Weiße Grapefruit – wenn es sowas gibt, weiße Johannisbeere, dazu Zitronengras und Limette. Immer wieder dieser Gesteinsstaub, dieser Schub von unten, diese hohe Intensität. Und das Ganze völlig ohne Fett, denn mit diesem niedrigen Alkoholgehalt bleibt das eine spielerische Tänzerin, eine Primaballerina. Alles dreht sich im Kreis, der Wein erregt Schwindel in seiner sensationellen Aromatik und seiner spielerischen Leichtigkeit und Eleganz. Kann so ein Wunderwerk ein Hermitage sein? Der Wein steht zwei oder drei Minuten im Mund. Im Grunde ist Hermitage in dieser Art etwas ziemlich Ideales, etwas, das man selten trifft. Diese Kombination aus Power, Schub, Weißburgunder-Allüren und dem niedrigen Alkohol bei gleichzeitig reicher Intensität. Ich bin sicher, dass man diesen Wein nach 20 Jahren zu den großen Weißweinen dieser Welt zählen kann und freue mich jetzt schon auf die weißen Hermitage von Ferraton und Chapoutier, die ich in den nächsten Tagen probieren werde. Ein grandioses Weißweinjahr im Süden, aber noch mehr im Norden. Das kann mit den ganz, ganz großen Chenin Blancs der Loire oder mit den Trebbianos aus den Abruzzen mithalten in seiner unglaublichen Eleganz. In einer Liga mit den größten Weißweinen der Welt. 100/100***Der weiße Hermitage von Tardieu besteht 2021 aus 80 Prozent Marsanne und 20 Prozent Roussanne. Er stammt aus vier verschiedenen Lagen im Hermitage. Die Marsanne-Reben sind über 50 Jahre alt, die Roussanne-Reben über 40 Jahre. Der Wein hat 2021 nur 13,5 Volumenprozent Alkohol. Seit Beginn der Arbeit von Tardieu gab es noch nie einen Jahrgang mit so geringen Alkoholgraden wie 2021. Es wurde natürlich nie chaptalisiert, sondern die extreme Eleganz und Feinheit gerne mitgenommen. Nach der langsamen Ganztraubenpressung wird der Most spontan im Barrique vergoren. Malo und zwölfmonatiger Ausbau geschehen in Barriques, teils neues Holz, teils Zweitbelegungen. Danach wird der Wein weitere 12 Monate in große Doppelstückfässer von Stockinger gelegt. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die Burgunderflaschen. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.
Marsanne 80%, Roussanne 20%
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2057
Verpackt in: 12er
Lobenberg: 100/100
Jeb Dunnuck: 96/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Michel Tardieu - Nordrhone, Quartier Les Ferrailles - Route de Cucuron, 84160 Lourmarin, FRANKREICH
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