Lobenberg: Nach den vielen zu trockenen und zu heißen Vorperioden und einem trockenen Winter regnete es 2019 erstmalig wieder ausreichend, satte 1650 Millimeter in der gesamten Vegetationsperiode, ein wirklicher Segen, das Doppelte des Durchschnittswertes. Gleichmäßig, immer wohl dosiert, keine Erosionen, die Erde konnte immer alles gut aufnehmen. Ein warmer Frühling und einige Hitzewelle des frühen Sommers ließ auf dieser Grundlage die Vegetation förmlich explodieren. Während der Blüte gab es Verrieselungen der alten Merlot, kleinere Erträge der eher unterrepräsentierten, dennoch qualitativ in 2019 überragenden Rebsorte. Nach einigen Hitzewellen im Spätsommer setzte der hier so häufige Nebel ein, alles wurde langsamer in der Entwicklung, eine sehr willkommen späte Ernte war das Ergebnis. Die Ernte von Ridge zog sich bis in die erste Oktoberwoche. 172 verschiedene Kleinstparzellen aus vollständig biologisch und biodynamisch bearbeiteten Weinbergen wurden in offenen Gärständern spontan vergoren, sortiert nach Parzellen, nicht nach Rebsorten. Eine extrem erfolgreiche Neuerung der letzten Jahre. Bei Ridge vergärt man quasi den gemischten Satz, auch wenn es leider zur Zeit nur 1% uralter Cabernet Franc gibt, die Weinberge mussten auf Grund des hohen Alters neu bestockt werden. Anfang Februar und nach der Malo erfolgt der erste Abstich und die erste Assemblage. Nach gut 8 Monaten Ausbau im neuen französischen Barrique wird spätestens Mitte 2020 die finale Selektion und Aufteilung nach Ridge Estate Cabernet und Ridge Monte Bello vorgenommen. Die gesamte Cru verkostet Fass für Fass, und so ist die Menge des Monte Bello je nach Jahrgang höchst unterschiedlich. Der Stand im Februar bezeugt ein ganz außergewöhnliches Jahr, das sonst so bescheidene Team um Winemaker Eric Baugher und Direktor David Almeida ist mehr als stolz über einen sich dramatisch intensiv präsentierenden Jahrgang, sexy, hedonistisch und tieffruchtig. Jetzt, Ende Februar, bin ich während meiner Verkostung fast verblüfft über den so anderen, einzigartigen Charakter des 2019ers. Die Kühle des Herbstes und der ausreichende Regen im Frühling und Sommer führten zu einer klaren Dominanz der roten Frucht, keinerlei Blaubeere zu trocken heißer Jahre. Eine so deutliche Verwandtschaft zu den cool-climate Hochlagen-Cabernets Napas von Togni und Kongsgaard habe ich hier so noch nicht probiert. Konzentrierte Schlehe, rote Johannisbeere, Cranberry und Granatapfelkerne wird unterlegt von Sauerkirsche mit Minze, Unterholz und etwas schiefriger und Granit-Mineralität mit Salz und einem Hauch Graphit und Eukalyptus. Ganz tief schiebend mit der so überwältigenden Mineral- und Garrigues-Würze, Herzkirsche, Waldhimbeere und Sanddorn müssen um Sichtbarkeit kämpfen. Dieser 2019er changiert zwischen einem dominanten Cote Rotie von der Cote Blonde und einem Leoville Las Cases aus Saint Julien. Der Wein hat ein sattes, gleichwohl reifes Tanningerüst und kommt in der Art ungewöhnlich europäisch rüber. Puristisch in seiner rotfruchtigen Art, 10 Jahre ist die minimale Wartezeit, besser 20 oder gar 30. 100/100
Cabernet Sauvignon 80%, Merlot 11%, Petit Verdot 8%, Cabernet Franc 1%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2079
Verpackt in: 6er OHK
Lobenberg: 100/100
Suckling: 99/100
Decanter: 98/100
Galloni: 97–100/100
Parker: 97/100
USA, Californien
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Ridge, 17100 Monte Bello Road, CA-95014 Cupertino, USA
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