Lobenberg: Nach einem erhofft nassen Ausklang des Jahres 2019 begann 2020 extrem trocken und warm. Einer frühen Blüte folgten dann heftige Regenfälle, zum Glück genug, um damit über den Sommer zu kommen. Der für diese Bergregion oberhalb des Silikon-Valleys berühmte Nebel kühlte die Weinberge von Juni bis August, eine langsame und eher coole Entwicklung der Reife war die Folge, ein echter Glücksfall für das warme und trockene Jahr. 2020 war dennoch in Summe das Jahr der Trockenheit und der Buschbrände in Kalifornien. Der Rauch zog in die obere Atmosphäre und verringerte die Sonnenintensität, zusammen mit dem Nebel eine tolle Klimaanlage. Eine geringere Zuckerbildung und langsame Reife machten aus dem potenziell zu extremem Jahr eher ein in der Ausprägung kühles Jahr mit frischer Frucht. Die aromatische Ausprägung war erst sehr herbal und vegetabil, erst die Hitze im Oktober brachte den letzten Reife-Kick in diesen unerwartet kühlen Jahrgang. Dementsprechend ist die Ausprägung der Weine ungewohnt, wenn auch großartig. Kühle und frische Chardonnays und dazu letztlich vollreife Cabernets mit sattem, kühlen Cranberry- und Sauerkirsch- Johannisbeer-Touch. Kaum Blaubeere, wie sonst hier, wenn überhaupt dann als getrocknete Blaubeerschalen mit Bleistift- und Feuersteinunterlage. Der Wein ist neben der Kühle zugleich sehr reif im Mund und ziemlich tanninreich, schlankes, seidiges Tannin, feinkörnig, er erinnert an die großen 2020er aus dem Medoc. Irgendwo zwischen schwerpunktmäßig Pontet Canet und etwas Mouton Rothschild, sehr klassisch, wenn auch nicht klassisch Kalifornien. Auch irgendwie schlank, Rauch, Blut, karge Zwetschge, Stein. Kalte erdige, rote Frucht im Mund, sehr anders und ungewohnt. Irgendwie sehr puristisch, ein wenig Philipp Togni mit John Kongsgaard aus großer Höhe. Leichte Schärfe wie Mencia aus großer Höhe Bierzos. Seeehr eigenwillig in dieser steinig, verrauchten kühlen, roten Frucht. Alle 'verrauchten' Weinberge wurden nicht geerntet, und das, obwohl der Ertrag wegen der generellen Trockenheit schon klein war. Qualitativ ist 2020 dennoch ein ganz großes Jahr, wenn auch sehr speziell, die Menge beträgt aber weniger als 60%. Es gibt für alle eine strenge Zuteilung und bei uns keine anderen Flaschengrößen als 0,75. Ein schräg toller Wein und völlig anders als Sie Monte Bello bisher kennen, eine neue Facette in biodynamischem Purismus. Ich bin verblüfft und beeindruckt. Ich mag diesen rauchigen (vielleicht auch real etwas vom Herbstfeuer in Kalifornien stammend), reduktiven und zurückgenommenen Stil. Das Gegenteil der sonst eher an Saint Emilion und Ribera del Duero erinnernden Typizität. Karges Hochland. Groß und anders. 100/100
Cabernet Sauvignon 84%, Merlot 11%, Petit Verdot 4%, Cabernet Franc 2%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2032–2080
Verpackt in: 3er OHK
Lobenberg: 100/100
USA, Californien
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Ridge, 17100 Monte Bello Road, CA-95014 Cupertino, USA
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