Lobenberg: Die Trauben werden komplett entrappt, Kaltmazeration im Beton, spontan vergoren. Malo und Ausbau für rund 18 Monate in überwiegend gebrauchten Barriques. Seit dem Jahrgang 2014 setzt man nach der Entrappung eine optische Traubensortiermaschine zusätzlich zur strengen Lese im Weinberg ein. Ein Plus an Feinheit und Klarheit der Frucht, denn unreife oder unkorrekte Beeren werden per Luft rausgeschossen, und auch Stiele, Rappen oder anderer Beifang kommen nicht durch diese Kontrolle. Nathalie Tollot ist kein Freund von Neuholz, im Betriebsschnitt sind es nur 20 bis 25 Prozent. Tollot Beauts Stil ist an der Cote de Beaune was Jean Grivot an der Cote de Nuits ist. Beaune ist der archetypischste Ausdruck der südlichen Côte d‘Or, auch wenn Pommard und Volnay hier und da die erste Geige spielen. Der Maßstab ist schon die Gemeinde Beaune, die Mitte zwischen den Extremen vom Corton bis Volnay. Und hier in der Mitte ist Tollot Beaut mit seinem 1er Cru Clos du Roi vs. 1er Cru Grèves immer ganz vorne dabei. Die beiden Lagen werden immer zuerst geerntet, in 2021 am 16. September, also über einen Monat später als im Vorjahr. Beaune Grèves liegt nord-westlich oberhalb der Stadt, relativ mittig am Hang mit perfekter Exposition. Schon die Römer erkannten das Potenzial dieser Lage und pflanzten hier Reben, legten Mauern und Wege an, deren Überreste noch heute zu sehen sind. Ein sehr spezielles Terroir mit einer uralten Geschichte, das bereits viele große Weine hervorgebracht hat. Das sehr spezielle Terroir des Greves, ein urzeitliches Flussbett, prägt den Wein in seiner hohen Mineralität, meist kalkig, salzig, eher karg, rau und kantig als süß. Der Name leitet sich von den „Gravieres“ ab, eben diese kiesige Steinschicht, die den Weinberg belegt. Beaune Grèves ist nicht nur bei Tollot Beaut, sondern bei allen Erzeugern, immer deutlich strukturierter als die meisten anderen Weine der Côte de Beaune. Hier trifft sich am ehesten die Struktur der Côte de Nuits mit der Wärme und Reichhaltigkeit der Côte de Beaune. Hier haben wir so satte Mineralität, Kalkstein, weißer Lehm, Salz. Eben Struktur über der reichlichen Kirsche. Gerade in einem Jahrgang der dazu neigt in Schönheit zu zerfließen, der dazu neigen kann vom Charme dominiert zu werden, ist dieses Plus an Struktur so unglaublich wichtig. Der Grèves ist auch 2021 ein Wein für den Keller, mit dichter, ultraseidiger Textur. Kühle rotblaue Beerenfrucht, Schattenmorelle, frischer Bleistiftabrieb, ein bisschen Orangenschale. Nur einen halben Hektar hat Tollot in dieser legendären Lage. Je länger man sich mit dem Wein beschäftigt, desto mehr gibt er frei aus seinem dunklen Mineralkern. Lavendel und Veilchen geben dem 2021er die typische verspielte Blumigkeit des Jahres, aber es ist dennoch einer der strukturiertesten und seriösesten Weine in der Range hier. Der Mund ist total geschliffen, die Tannine sind samtig, das Salz und der Stein berauschend, sehr geradeaus, von Säure und Stein getragen. Fest und druckvoll, die Tannine klingen lange am Gaumen aus. Eine irre Mischung aus saftiger, fast süßer Frucht und herbwürziger Mineralstruktur im Finale. Der Wein fließt am Ende auf der rasiermesserscharfen Frische davon. Ein herausragender Wein! 95-96/100
Pinot Noir 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2044
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 95–96/100
Galloni: 91–93/100
Gerstl: 19/20
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Tollot Beaut, Rue Alexandre Tollot, 21200 Chorey-les-Beaune, FRANKREICH
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