Lobenberg: Die Reben kommen aus vielen Ersten und Großen Lagen von Phillip Wittmann, alles Kalkstein. Das ist richtig großes Material für einen Gutswein. Und trotzdem waren es die frischeren Trauben, die Trauben mit der höheren Säure. Dieser Estate Riesling (Estate steht in diesem Zusammenhang für 100 Prozent aus eigenen Weinbergen, ganz ohne jeden Zukauf von Trauben). Es sind bis auf eine Ausnahme nur Westhofener Trauben hier drin. Eine einzige Parzelle in Weißheim oberhalb des Morstein auf über 280 Metern Höhe geht mit ein für einen Frischekick. Selbst im warmen Jahr 2022 hat Philipp es geschafft hier diese enorme Spannung zu halten. Schöne gelbfruchtige Nase mit reifem Pfirsich, Grapefruit, Nektarine, angeflämmte Orangenschale. Der Wein duftet so typisch für das Wonnegau, Kalkstein, frische aus leichter Hochlage, alles ist da, sehr terroirtypisch. Die Säure ist reif und trotzdem ist der Wein ultrafrisch. Er ist geschmeidiger als der 2021er, etwas runder, feiner und ausgewogener. Hat nicht diese säurelastigere Auslegung, sondern es kommt schon deutlich integrierter und harmonischer in diesem Jahr. Dennoch hat es diese kalkige Pikanz, diese irre zitrische Frische, es ist keineswegs ein fetter oder reicher Wein, den man dem Jahr eventuell andichten wollen würde, sondern ein schlanker und rassiger Riesling. Wirklich erstaunlich. Die Augen und der Mund ziehen sich zusammen ob dieser Pikanz. Kompromisslos handwerklich und ohne Zugeständnisse an den weichgespülten Massengeschmack. Hohe Komplexität und irrer Grip, für einen Gutswein ist das großes Kino. 93-94/100
Riesling 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2030
Verpackt in: 6er
Lobenberg: 93–94/100
Suckling: 94/100
Deutschland, Rheinhessen
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
Abfüller / Importeur: Wittmann, Mainzer Straße 19, 67593 Westhofen, DEUTSCHLAND
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